Die Katastrophe in Japan

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Sasquatch
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Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Sasquatch » Mo 14. Mär 2011, 07:36

Angeregt durch die Diskussion einerseits in den Medien aber auch in unserer Laberbox möchte ich in diesem Thread die Gelegenheit geben, über die Naturkatastrophe, die sich in Japan ereignet hat und ihre Folge, den meines Erachtens zu erwartenden SuperGAU, zu diskutieren.

Mich erinnert die ganze Situation begrückend an den Sommer 1986. Damals explodierte ein Meiler des Kernkraftwerks Tschernobyl, wie ihr sicher noch wisst.

Auch damals Desorientierung, eine miese Informationspolitik der Sowjetunion. Damals dachte ich, jaaaa, wenn das im Westen passieren würde, dann wäre das gaanz anders, die würden doch ihre Bürger nicht im Dunkeln lassen, da gäbe es sicher rasche Aufklärung, dann kann man ja auch Hilfe aus dem Ausland erhalten.

Denkste, Pustekuchen. Heute, fast 25 Jahre später scheint auch die westliche Welt nichts dazugelernt zu haben, zumindest habe ich den Eindruck. Widersprüchliche Nachrichten, der Ministerpräsident sagt dies, andere Offizielle sagen was ganz anderes. Nichts Genaues weiß man nicht.

Dazu kommt die Situation, die durch Erdbeben und Tsunami entstanden ist. Hier wird die Anzahl der Opfer auch nur zögerlich eingeräumt, und, um ganz ehrlich zu sein, die momentan kursierende Zahl von 10.000 kann ich angesichts der Bilder ebenfalls nicht ganz ernst nehmen, das werden viel, viel mehr sein am Ende. Japan ist zwanzigmal dichter besiedelt als die Bundesrepublik.

Die Auswirkungen der vergangenen Woche und ihrer Folgen auf Japan und die gesamte Welt sind meines Erachtens noch nicht abzusehen, und damit meine ich nicht nur die radioaktive Kontamination. Ich rechne, was das angeht, mit noch wesentlich mehr als bis heute passiert ist. Wenn am Ende noch einer der sechs Meiler von Fukushima steht, haben die Japaner Glück gehabt. Auch andere Atomkraftwerke werden mit Kernschmelzen zu tun bekommen. Dienstag soll der Wind drehen und eventueller Fallout in dichter besiedelte Gebiete und nicht mehr über das Meer getragen werden. Dann geht es in Richtung Tokyo. Ich frage mich, ob Japan nach diesem Schlag noch die führende Industrienation sein wird, die es bisher war. Zweifel daran habe ich.

Von daher ist auch die Frage nach den wirtschaftlichen Folgen nicht nur nicht pietätlos so traurig die Opfer, die es zu beklagen gilt, auch sind. Sie ist vielmehr zwingend erforderlich, denn daraus ergeben sich meines Erachtens ganz erhebliche Folgen auch für uns, sollten wir dieses Mal von den direkten radioaktiven Folgen auch verschont bleiben.

Nicht nur die Börse wird leiden, auch die Energiewirtschaft wird auf Dauer Probleme bekomme, die Atomlobby veliert mehr als je zuvor an Glaubwürdigkeit, auch wenn Obama das Ganze bis jetzt noch ignoriert. Wenn in ein paar Tagen an der US-Westküste die ersten erhöhten Messwerte festgestellt werden sieht das Ganze schon wieder ganz anders aus, dann ist das Problem in Amerka angekommen.

Merkel übt sich ja wie immer im Phrasendreschen. Die Atomkraftwerke sind ja so sicher wie der Guttenberg ein Ehrenmann ist, man kann sie ja mal überprüfen, aber kein Grund zur Sorge. Die ältesten hätten ja nur schon seit mehr als zehn Jahren ein H-Kennzeichen wenn es Autos wären.

Was mir nicht in den Sinn will, ist, wie man in einem der erdbebengefährdetsten Gebiete der Welt immer lustig Atomkraftwerke bauen kann ohne vier- und fünffache SIcherungssysteme. Klar, war bis 8,2 auf der Richterskala sicher. Aber die ist eben nach oben offen, wie man ja weiß. Und dieses Mal ging es eben bis 9,0. Wenn der Kern beim Schmelzen mehrere tausend Grad erreichen kann, dann muss man sein Gehäuse eben aus etwas bauen, das diese Hitze aushält. Auf Dauer wird man mit einem Holzofen, in dem man Kohle verbrennt, eben nicht glücklich.

Allerdings bin ich kein Atomtechniker, ich kann mich auch nur an dem orientieren, was man in den Medien so mitbekommt.
Nur fürchte ich, dass auch dieses Mal wieder die Lobbys die Oberhand behalten werden, es vielleicht bei ein paar halbherzigen Massnahmen bleiben wird, ändern wird sich grundlegend nichts. Genausowenig wie nach Tschwernobyl.

Betroffen machen mich einerseits die Opfer, die in Japan zu beklagen sind, aber auch die Scheinheiligkeit und Verlogenheit, mit der aus Berlin auf die ganze Angelegenheit reagiert wird. Schon bei Guttenberg wurde deutlich, dass die Merkel sich lieber die Zunge abbeißt als einen Fehler zuzugeben, und hier ist das nichts anderes. Anstatt auch nur eine Sekunde einzugestehen, dass die Verlängerung der Laufzeiten so vielleicht doch nicht der Brüller war erklärt sie, dass unsere Atomkraftwerksoldtimer alle sicher seien. Warum nur kann ich das nicht so ganz glauben?

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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Rottweiler » Mo 14. Mär 2011, 11:41

Einerseits möchte ich zu dem Thema so viel sagen, was mir alles durch den Kopf geht, andererseits - sind wir mal ehrlich - wissen wir gar nichts. Angeblich soll in Fukushima kaum Strahlung ausgetreten sein, 100km weiter im Norden misst man im AKW Onagawa viel zu hohe Strahlung, die aber aus Fukushima stammen soll und inzwischen aber wieder verschwunden ist. Amerikanische Schiffe drehen ab, weil sie zu hohe Strahlung messen. Mal ist bereits eine Kernschmelze eingetreten, dann vielleicht auch wieder - noch - nicht. Wenn der GAU eintreten sollte, dann wird die japanische Regierung damit sicher nicht sofort rausrücken, denn dann bricht im Großraum Tokio das Chaos aus. Da leben 30 bis 35 Millionen Menschen, die können nicht einfach woanders hin. Sicher sind die Opfer und Zerstörungen durch Erdbeben und Überwemmungen für sich alleine schon unermesslich, aber wenn ein oder noch mehr Reaktorbehälter nicht mehr dicht sind oder gar explodieren, dann bekommt das alles eine noch viel größere Dimension.

Als ich am Freitag abend ins Bett gegangen bin, dachte ich noch, OK, es gibt da Kühlprobleme und das wird vielleicht schwierig, aber das kriegen die schon hin, denn es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Am Samstag morgen hab ich dann mal im Internet nachgeschaut und der Block 1 ist explodiert. Da wusste ich noch nicht, dass es sich "nur" um die Außenhülle handelt und dachte, der GAU wäre eingetreten. Inzwischen habe ich gelernt, dass selbst die Kernschmelze, also etwas, das niemals passieren darf, noch nicht die absolute Katastrophe bedeuten muss, solange der Reaktorbehälter dicht hält. Ob er das tut, wer weiß das schon. Und dann ist es wohl nicht nur einer, sondern inzwischen sind es angeblich drei. Außerdem hab ich gelernt, dass ein "Herunterfahren" (was auch immer das technisch bedeutet) eines Reaktors noch lange nicht dafür sorgt, dass er nicht mehr gefährlich ist.

Und was geschieht in Deutschland? Da stellt sich die Frau Bundeskanzlerin am Samstag hin und sagt: "An so einem Tag darf man sicher nicht sagen, unsere Kernkraftwerke sind sicher". Aha, Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Doch dann schiebt sie nach: "Sie sind sicher". Das sagt ja wohl alles. Klar gibt es hier kaum Erdbeben und mit Tsunamis rechnet auch niemand. Aber da arbeiten Menschen, und Menschen machen Fehler. Und die Reaktoren sind mit Software gesteuert, und keine Software der Welt ist fehlerfrei. Flugzeugabstürze oder Terrorangriffe lassen wir mal beiseite. Aber die Kanzlerin ist sich sicher, dass alles sicher ist. Die Frau weiß gar nichts. Die wird von einer Lobby gesteuert, die in den AKWs Gelddruckmaschinen sieht, denn die Gewinne kassieren die Stromkonzerne und die Entsorgung übernimmt der Staat. In die auslaufenden Kraftwerke wird nur noch das Nötigste investiert, denn die werden ja eh irgendwann abgeschaltet. Aber Frau Kanzlerin beschwichtigt. Ja, wir schicken da jetzt mal Inspektoren hin. Das Ergebnis kann ich heute schon vorweg nehmen: Alles sicher, hier und da vielleicht ein paar kleine Nachbesserungen erforderlich, alles kein Problem.

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass es mit einer Abschaltung alter deutscher Kraftwerke nicht getan wäre. Fessenheim steht am Rhein auf französischer Seite in tektonisch aktivem Gebiet, das Ding ist ebenfalls alt und hat immer wieder Störfälle gehabt. Zum Beispiel (siehe Wikipedia): Am 24. August 2010 wurden 50 Kubikmeter radioaktiver Gase "freigesetzt" wie die staatliche ASN (Autorité de Sûreté Nucléaire) auf ihrer Homepage meldet. "Die Zerfallsaktivität der radioaktiven Abgase aus dem Reservoir wurde vor dem Entweichen nicht gemessen."
Der Hochrhein ist auf Schweizer Seite mit AKWs besetzt. In Tschechien stehen solche Dinger rum, von denen man nicht weiß, ob man ihnen trauen kann. Alle älteren AKWs einfach abzuschalten ginge natürlich auch nicht von heute auf morgen, deshalb wäre der ursprüngliche Atomausstieg so wichtig gewesen, denn dann hätten sich die Betreiber mehr um alternative Technologien kümmern müssen. Nun ist er um Jahre verschoben, und die Betreiber setzen womöglich darauf, dass sie einer entsprechend geimpften Regierung nochmal Jahre abschwatzen können. Hauptsache, wenig investieren und viel kassieren. Wird schon alles gut gehen, denn: alles unter Kontrolle, alles sicher.

Was die Wirtschaft angeht: wer von uns will dazu Aussagen machen? Japan baut grad keine Autos mehr, freuen sich dann die andern Hersteller? Japan baut grad keine LCD-Monitore und Handys mehr, steigen dann die Preise? Japans Wirtschaft liegt am Boden und braucht weniger Öl, wird das dann bei uns billiger? An sowas will und kann ich mich nicht beteiligen, das ist mir momentan auch sowas von egal. Falls es Experten gibt, die das einschätzen können, dann sollen die das von mir aus tun.
Früher hab ich mich gerne darüber lustig gemacht, dass die Aktienkurse fallen, wenn der russische Präsident Jelzin mal wieder betrunken irgendwo aufgetreten ist. Oder ich reg mich auf über den steigenden Ölpreis, nur weil irgendein Hurrican im Golf von Nirgendwo eine Ölbohrinsel zum Schwanken gebracht hat und in Wirklichkeit die Ölkonzerne uns abzocken. Was die Ereignisse in Japan angeht, interessiert mich das nicht, da gehts erstmal um Menschenleben. Und ich bin heilfroh, dass mir - hoffentlich - keine Strahlung vor die Haustür weht. Was hat man nach 9/11 alles prophezeit? Und wie sind die Aktienmärkte da runter gegangen? Und wie schnell hat sich alles normalisiert. Aber es wird ganz sicher auch hier wieder irgendwelche Unternehmen geben, die aus dieser Katastrophe gnadenlos Profit schlagen und am Elend der Leute verdienen.
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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon woita » Mo 14. Mär 2011, 12:32

Naja, Wikipedia hilft hierbei:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0313153918
http://de.wikipedia.org/wiki/Kernschmelze

Was ich da rauslese ist, dass wir zumindest in Deutschland dieses eine Ventil haben, was eine Zerstörung der Hülle bei einer Kernschmelze verhindert.
Von daher sind zumindest die AKW's in Deutschland sicherer als evtl. anderswo.
Und was erwartet ihr denn von unserer Regierung? Dass sie auf einmal sagen, dass alle Meiler unsicher sind?
Das wäre im Moment extreme Panikmache.

Und bei den Aussagen der Energiekonzerne, dass sie in einem andern Land eben ein neues AKW hinstellen, wenn wir in D abschalten, dann haben wir hier rein gar nichts positives erreicht. Auch muss ich sagen, dass das Alter der AKWs doch wohl keine so große Rolle spielt. Gewartet werden sie ja doch noch und mit dem Vergleich zu unseren Käfern, die auch meist einiges aufm Buckel haben, die Technik aber dennoch zuverlässig ist!

Traurig neben dem was da vor sich geht, find ich aber auch die Medien. Anstatt die Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen oder ähnliches, wird sofort alles aus Profitgier vermarktet und publiziert was hergeht.

Ich bin jetzt keinesfalls für Atomkraft, vor allem auch, weil der Abfall eigentlich nicht sicher verwahrt werden kann und ungeahnte Folgen in der Zukunft mit sich bringen kann. Und jetzt mal ehrlich, alle regen sich tierisch über Atomkraft auf.
Wer von euch hat bisher Wert darauf gelegt, keinen Atomstrom zu beziehen? War euch der Mehrpreis des Ökostroms ein Wechsel wert?
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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Rottweiler » Mo 14. Mär 2011, 12:47

woita hat geschrieben:Was ich da rauslese ist, dass wir zumindest in Deutschland dieses eine Ventil haben, was eine Zerstörung der Hülle bei einer Kernschmelze verhindert.
Inwieweit der Überdruck tatsächlich "gefiltert" in die Atmosphäre abgegeben werden kann, steht da halt auch nicht.

woita hat geschrieben:Und was erwartet ihr denn von unserer Regierung? Dass sie auf einmal sagen, dass alle Meiler unsicher sind?
In Bezug auf die Nutzung der Kernenergie erwarte ich persönlich von dieser Regierung gar nichts.

woita hat geschrieben:Traurig neben dem was da vor sich geht, find ich aber auch die Medien. Anstatt die Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen oder ähnliches, wird sofort alles aus Profitgier vermarktet und publiziert was hergeht.
Es ist sicher schwierig, die Meldungen überhaupt überprüfen zu können, aber letztlich sind auch die Medien nur gewinn- und/oder quotenorientiert. Ich finde es allerdings widerlich, wie sie sich z. B. bei der Anzahl von Toten gegenseitig zu übertreffen versuchen, nicht nur bei dieser Katastrophe.

woita hat geschrieben:Wer von euch hat bisher Wert darauf gelegt, keinen Atomstrom zu beziehen?
Meine Frau und ich.

woita hat geschrieben: War euch der Mehrpreis des Ökostroms ein Wechsel wert?
Ja, schon vor vielen Jahren.
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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Sasquatch » Mo 14. Mär 2011, 15:20

Das ist es ja, was mich betroffen macht: wenn man sich die Informationspolitik, die vor allem aus den zögerlichen und widersprüchlichen Informationen herrührt, dann möchte man fast meinen, dass die Japaner von den Sowjets gelernt haben. Das war damals nicht so viel anders.
Es gibt zwei Aspekte, die einen hoffen lassen: der Unfall in Tschernobyl war hausgemacht, das war eindeutig menschliches Versagen, sogar geplantes. Auf den Punkt gebracht und ein wenig zynisch könnte man behaupten, dass die da genau das ausprobieren wollten was dann auch passiert ist. Gut, nicht ganz so schlimm, aber die haben ganz bewußt die Sicherungssysteme abgeschaltet, weil sie sehen wollten, wie lange die Turbine noch von der Abwärme aus dem Reaktor läuft, wenn man das Kühlsystem außer Betrieb setzt, soviel ich weiß. Das war in Tschernobyl ja auch keine Kernschmelze, das war eine Explosion.
Die Kernschmelze hatten wir ja schon vorher, nämlich in den USA 1979 in Harrisburg. Und da war man in der Lage, das Schlimmste zu verhindern.
Nur glaube ich, dass es in Japan inzwischen zu weit fortgeschritten ist. Immerhin sind die Grundvoraussetzungen auch ungleich schwerer: hier sind ein massives Erdbeben und ein Tsunami der Atomkatastrophe vorangegangen.

Die wirtschaftlichen Folgen werden sich wohl in nicht allzu ferner Zukunft zeigen. Und ich nehme an, dass die auch ganz erheblich auf uns zukommen werden.

HAZ

Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon HAZ » Di 15. Mär 2011, 20:48

Rottweiler hat geschrieben:
woita hat geschrieben:Wer von euch hat bisher Wert darauf gelegt, keinen Atomstrom zu beziehen?
Meine Frau und ich.

Wer mir das vormachen kann, dass er den Strom aus einem Netz gezielt aus einem bestimmten Kraftwerk mit bestimmter Energiequelle beziehen kann ist ein großer Zauber.
Ich kann wenigstens sagen, dass ich zu 70-80% Strom aus Wasserkraft beziehe und welche die Fotovoltaikanlagen auf dem Dach haben, wohl zu rund 10% Fotovoltaikstrom.
Wer gegen Atomkraft ist, muss sich auch politisch so verhalten, dass er dagegen ist. Ob ich zZ. aus voller Überzeugung das richtige wähle weis ich nicht, aber ich wähle für mich und zukünftige Generationen dann das kleinere Übel.

Was in Japan los ist war irgendwann wohl mal fällig. Der Mensch kann solche Technik nicht beherrschen. Für mich persönlich kommt noch hinzu, dass ich eng mit Asien zusammenhänge, allerdings nicht Japan selbst.
Japan wird wohl zur Hälfte unbewohnbar werden. Das einem Land welches zwei A-Bomben erleben musste. Die Menschen tun mir unendlich leid, aber das hilft keinem.
Die Atomkraft muss Weltweit überdacht werden. Es muss ein Weg gefunden werden, möglichst schnell davon wegzukommen. Wie das geschieht, weis wohl noch keiner, aber es ist wohl der einzig sichere Weg. Wenn Nationen wie Deutschland den Vorreiter machen kann das andere auch Überzeugen, dass es geht.
Östereich hat sein einziges Atomkraftwerk erst gar nicht angeschaltet, die waren schlauer als viele andere.

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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon vw71h » Di 15. Mär 2011, 22:56

Österreich hat den großen Vorteil, Berge zu haben. Damit kann man sehr gut die Wasserkraft nutzen. Das haben wir leider nicht im selben Maße.

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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Rottweiler » Di 15. Mär 2011, 23:11

HAZ hat geschrieben:Wer mir das vormachen kann, dass er den Strom aus einem Netz gezielt aus einem bestimmten Kraftwerk mit bestimmter Energiequelle beziehen kann ist ein großer Zauber.
Logisch kann das niemand, wer kann schon seinen Strom rückverfolgen. Es bleibt nur, seinem Anbieter vertrauen, dass er das liefert, was er verkauft. Aber immer noch besser, als bewusst Atomstrom zu beziehen.

HAZ hat geschrieben:Wer gegen Atomkraft ist, muss sich auch politisch so verhalten, dass er dagegen ist. Ob ich zZ. aus voller Überzeugung das richtige wähle weis ich nicht, aber ich wähle für mich und zukünftige Generationen dann das kleinere Übel.
Das Problem dabei ist wohl, dass man einmal in vier Jahren sein Kreuzchen machen darf und das wars dann. Und in dieses Kreuzchen muss man alles reindenken, was für einen wichtig ist. Letzten Donnerstag war Atomkraft gerade mal für 3% der Menschen wichtig, keine Woche später sieht das ganz anders aus. Vor einer Woche war Tschernobyl so weit weg wie der Mond, da zählten der Arbeitsplatz, wirtschaftlicher Aufschwung oder E10. Der Mensch vergisst ganz schnell. Wer weiß, ob 2013 bei der Bundestagswahl das Thema Atomkraft überhaupt eine Rolle spielen wird. Falls nicht, dann ist bis dahin wohl wenigstens keine neue Katastrophe eingetreten.

HAZ hat geschrieben:Wenn Nationen wie Deutschland den Vorreiter machen kann das andere auch Überzeugen, dass es geht.
Das ist auch meine Hoffnung, aber mit der Merkel hab ich da wenig Anlass zu Optimismus. Drei Monate aussetzen - besser: aussitzen - und dann - sinngemäß nach Hans-Peter Villis - fängt das Spiel von vorne an. Dann haben die Menschen zwar noch nicht vergessen, aber sich wieder beruhigt oder verdrängt. Die AKWs sind nach den Prüfungen sicher und man wird uns irgendwann erzählen, dass es eigentlich Idiotie war, die alten AKWs abzuschalten, denn die waren noch sowas von sicher und hätten noch zig Jahre günstigen Strom erzeugt. Im Gegenzug schrauben die Stromkonzerne den Strompreis in die Höhe. Dass die alten AKWs diejenigen mit den geringsten Leistungen sind und die Nachrüsterei Geld kostet, spielt in der Argumentation keine Rolle.

Jetzt wo Baden-Württemberg sich EnBW gekauft hat, bestünde wenigstens in diesem Konzern die große Chance, auf alternative Energien umzuschwenken und Vorreiter zu werden. Mit dem schmierigen Mappus - der ja noch ein ruhendes Arbeitsverhältnis bei Siemens hat - wird das nicht gelingen. Seit ich auf dieser Welt bin und schon lange davor regiert in Baden-Württemberg immer die CDU. Und das erste Mal, seit ich denken kann, besteht eine realistische Chance, dass sich das ändert. Ich bin gespannt auf die Wahl und ich weiß was ich nicht wählen werde.
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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Drago » Di 15. Mär 2011, 23:52

@ Detlef
Im Grund weiß ich auch was ich Wählen werden...ABER

fast jeder Politiker hat Politwissenschaft etc blablabla Studiert.....und ist keiner mehr von "Arbeitervolk"
Die denken wie in der Theorie und handeln auch nur in der Theorie weil sie keine Ahnung vom Leben haben ...die haben eh ausgesorgt.
Wenn ich schon in die Dummen Masken der Politiker sehe könnte ich schon rein schlagen...und wüsste mit bestimmter Sicherheit mir würde es auch sehr großen Spaß machen .
Kaum einer von denen weiß wie sich das "niedere"Volk Quälen muss um mit den paar Groschen über die Runden zu kommen.
Denen ist es (meiner Meinung ) nach auch scheiss egal was mit den Leuten aus Japan ist ...für die ist das weeeeit weg,aber doch so nah um sich an den eigenen Arsch zu fassen und laut zu schreien
"Ohhh die armen armen Japaner "...wir müssen hier unbedingt was tun wegen den Kernkraftwerken usw usw.

Denen glaub ich kein Wort die wollen doch nur wieder gaaaaaaaanz oben mit ihrer Partei in der Wahlstatistik zu sehen sein.
Die Bernhardinerin Merkel die kann nicht mal Japan/Nippon fehlerfrei schreiben , aber sich vor die Reporter hinstellen und mit ihrem Dackelblick Sätze raushaut bei denen Du Dich fragst ob die nicht nachsynchronisiert worden sind.
Laufzeit der Reaktoren aussetzen ....
Kernkraftwerke abschalten ....
Alternative Stromerzeugung
etc usw.

Und das aus Merkels Mund .....nenneee die weiß rein gar nicht was die für einen Müll raus lässt .....wenns wirklich so wäre absolut genial !!!
Aber der glaub ich nicht...allles Politikstrategie und das vor den Wahlen ;-)
http://king-kaefers.de/

Es gibt Menschen deren Taten zeigen, dass ihre Worte nichts wert sind!

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Re: Die Katastrophe in Japan

Beitragvon Sasquatch » Mi 16. Mär 2011, 07:59

Da irrst du dich, Drago. Politikwissenschaft hat kaum ein Politiker studiert. Aber es stimmt schon, die meisten von denen sind tatsächlich Studierte. Juristen, Betriebswirte, Volkswirte. Oder eben, wie die Bundesangie, Physiker. Kommt zwar sicher nicht ganz so oft vor, aber man möchte meinen, dass gerade die sich mit dem, was da vorgeht noch am besten auskennt, zumindest hat sie mal was zumindest grob in die Richtung studiert.

Der Ausstieg aus dem Ausstieg ist nichts weiter als Augenwischerei. Jetzt werden rasch sieben, acht Kraftwerke abgeschaltet, bis nach den Landtagswahlen, dann werden mindestens fünf, sechs davon wieder hochgefahren. Wetten?

Man fragt sich, warum sie jetzt so überhastet die Kraftwerke abschaltet, nachdem sie doch vor nicht einmal einem halben Jahr anlässlich der Laufzeitverlängerung (gegen den Willen einer Mehrheit der Bevölkerung!) so sehr die Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke betont hatte. Was hat sich denn durch Fukushima an den deutschen Kernkraftwerken geändert, dass deren Sicherheit jetzt doch plötzlich kritisch zu prüfen ist? Oder wurde die Laufzeitverlängerung damals etwa ins Blaue hinein, ohne Prüfung der Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke beschlossen? Das wäre dann, vor allem auch angesichts des neueren Sermons aus Kanzlerinnenmund ("Sicherheit für die Bevölkerung blablabla mit meinem Amt für einstehen blablabla") ein Skandal für sich, wenn die Bevölkerung mal richtig hinschauen würde. Tut sie aber nicht, die allerwenigsten machen sich die Mühe, mal wirklich kritisch zu hinterfragen was die da von sich geben, deshalb fällt eine solche nur auf Stimmenfang, Wahlgewinn und Machterhalt medial aufbereitete Multimediashow keinem auf. Spätestens seit Helmut Kohl ins Amt kam wurde das Volk doch nur an der Nase herumgeführt. Von daher bewahrheitet sich hier, dass das Volk die Regierung hat, die es verdient. Das beste war das Argument eines 15jährigen, warum er für die Rückkehr von Guttenberg sei: Guttenberg habe die Wehrpflicht abgeschafft. Na denn prost. Wenn jeder an sich selbst denkt ist ja an alle gedacht, nicht wahr?


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