Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Technik rund um den Käfer
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AHS IMP 1
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon AHS IMP 1 » So 17. Aug 2014, 23:31

Bei der Häufigkeit deines Umzugwechsels würde ich verzweifeln!

Da muss man ja mehr Umräumen, als man zum Schrauben kommt.

Aber es ist ja wieder im bekannten landschaftlichen schönen + ruhigen Ambieente. :lol:
Es ist echt bemerkenswert, wie schnell du die Werkstatt eingerichtet bekommst!

Uwe
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Darum wenig Zeit für's Hobby + Forum. :cry:
zusätzlich noch Familienstress

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woita
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon woita » Mo 18. Aug 2014, 07:49

Und es ist erst recht beachtlich, wie schnell du da immer was findest!
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vw71h
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon vw71h » Mo 18. Aug 2014, 19:24

und die Aussicht dort ist neideregend :)

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SirGroovy
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon SirGroovy » Mo 18. Aug 2014, 19:26

Servus Flip Fusel,
Dankeschön! Ich denke nicht, dass es meinem Vermieter Recht wäre, dass ich hier so öffentlich Preise nenne. Sorry. Aber es ist pro Person weniger als in der alten Garage und somit extrem fair.

Servus Vari-Mann,
meinst Du der Tausch ginge auch durchs Radhaus? Ob ich meinen neuen Lenkungsdämpfer wohl auch besser lackiere?

Servus Uwe,
das ist leider der ganz normale Wahnsinn. Aber irgendwie wäre es ja sonst auch echt langweilig. :-) Der Umzug wäre natürlich ohne einer ganzen Reihe von wirklich bemerkenswerten Leuten absolut unmachbar!! Ohne die Hilfe von Frank, Anderl, Fonsi, Phillipp, Anna, Simona, mein Dad und Isa wäre ich total aufgeschmissen. An dieser Stelle: Ihr seid die Größten. Deren Leistung wird um so wichtiger, wenn man bedenkt, dass wir den ganzen Umzug an einem Abend zwischen 15 und 20 Uhr durchgerissen haben. Und das inklusive weisseln der alten Werkstatt! Ich bin sehr stolz darauf so einen Hammer Freundeskreis zu haben.

Servus woita,
dass ich hier so schnell etwas fand, war von langer her geplant. Mein aktueller Vermieter hatte mir schon vor Jahren beim damaligen Auszug gesagt, dass er mich gerne wieder hätte.

Servus Gemeinde,
ich habe euch ja bereits angedeutet, dass hier noch mehr geboten sein wird. Diesmal wenden wir uns einem Grundproblem meines Käfers zu. Dem Standgas. Denn damit kämpfe ich nun schon seit Monaten. Es ist einfach unglaublich nervig, wenn man den Motor an Kreuzungen oder im Stau durch leichtes Gas geben vom absterben abhalten muss. Ausserdem mindert dieser Umstand den WAF ganz erheblich!

Mein Nachbar Knut hatte mir geholfen die Verkabelung des Zündverteilers komplett zu erneuern. Eine neue Zündspule, sowie neue Zündkerzen habe ich in diesem Zuge auch verbaut. Deshalb konnte ich die Zündung bezüglich der Leerlaufprobleme schon mal ausschließen. :!:
Blieb noch der Vergaser. Ich betreibe auf meinem F Motor ja einen Solex 30 Pict 2. Laut Blechfähnchen passte dieser perfekt zu meinem Motor. Ich hatte den Vergaser ja schon mal versucht mit der Hand zu reinigen. Das hatte auch oberflächlich ganz hervorragend geklappt. Das Problem mit dem Standgas blieb trotzdem. Recherchiert man das Thema Vergaserreinigung aber stoisch weiter, stösst man recht schnell auf Ultraschallbäder. Aber so richtig Infos wie man was macht gibts nicht, oder werden nicht gerne geteilt. Also muss es der geneigte Schrauber selbst heraus finden. Ich habe mir also nach einigen Recherchen auf www.expondo.de einen ULSONIC 2.0 gekauft. 109,00 Euro + Versand. Bei dem Preis sicher ein klassischer "China Kracher", aber was hatte ich außer Geld schon zu verlieren? ;)
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Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, nutze ich den billigsten Essigreiniger den ich bei Lidl ums Eck finden konnte. Und das hier ist mein Testkandidat:
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Böller rein, angezündet und gesprengt.
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Da nicht alle Teile gleichzeitig in den Reiniger passen, habe ich das auf zweimal gemacht. Einmal Vergaserdeckel inkl. aller Kleinteile und einmal den Vergaserkörper extra. Essigreiniger rein, Zeit auf 40 Min und Temperatur auf 70 Grad.
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Und so sieht das dann aus, wenn die Teile getrocknet und mit Druckluft durch bzw. Abgeblasen wurden.
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Ich habe den Vergaser danach mit neuen Dichtungen wieder zusammengesetzt. Beim Dichtsatz war eine Anleitung dabei, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Ihr könnt Sie durch Klick aufs Bild herunterladen (2,5 MB):
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Futter für Die Suchmaschinen: Solex 28 30 34 Pict 1 2 3 Sprengzeichung Aufbau Anleitung zerlegen überholen reinigen Bedienungsanleitung Käfer Boxer Klick the Picture above!

Ist ganz nett geworden, oder?
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Von diesem Ergebnis beflügelt wollte ich es SO RICHTIG wissen. Ich holte mir aus meiner Krabbelkiste den dreckigsten Vergaser den ich finden konnte. Meine Damen und Herren, ich präsentiere; Brutus der Fertige!
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(Dunn Dunn DUUUUNNN)

Nach dem Zerlegen habe ich ihn mit der im Hintergrund zu sehenden Zahnbürste und Marine Clean nur vom gröbsten Schmutz gereinigt. Jetzt konnte ich Brutus dem "kleinen Chinesen" zum Fraß vorwerfen.
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Doch del wal nicht wilklich beeindluckt. Bild
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Ich gebe zu, dass das alles sehr viel Arbeit ist. Rechnet beim gezeigten Vorgehen locker mit zwei Stunden PRO Vergaser. Lasst euch Zeit! Macht das nicht, wenn ihr eh unter Druck seid. Öffnet Schrauben mit Bedacht und viel WD40. Sollte eine Schraube mal nicht auf gehen, arbeitet mit Hitze (Heissluftföhn und sehr schmaler Düse!) oder lasst euch von der Schraube gern haben. Dann bleibt die halt drin. Viele Teile bei diesen Vergasern sind aus Messing. Zu allem Überfluss sind die meisten Schrauben prähistorische Schlitzschrauben. Arbeitet also nur mit hochwertigen und möglichst genau passenden Schraubenziehern (Stichwort WERA!)!

Dafür präsentiert euch dann solch eine Aussicht.
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Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

SirGroovy
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Vari-Mann
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon Vari-Mann » Mo 18. Aug 2014, 20:06

Jaaaaa,genau.
Anbocken vorne ,Rad runter und beide Arme seitlich rein,dann kannst du den Dämpfer auch tauschen.
Etwas schwarzer Lack schadet nie !

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SirGroovy
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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon SirGroovy » Sa 27. Sep 2014, 13:23

Servus Gemeinde,

neues von der Front. Der Käfer lief jetzt 1,5 Jahre beinahe Problemlos. Was für eine schöne Zeit. Aber jetzt scheint das Ding der Teufel zu reiten. Doch der Reihe nach.

Es begann damit, dass ich auf einer Autobahnfahrt vor ca. 2,5 Monaten plötzlich Zündaussetzer hatte. Ich dachte zu erst an eine Überhitzung. Laut Öltemperaturanzeige war das aber nicht das Problem. In meiner Verzweiflung wandte ich mich an meinen Nachbarn Knut. Dieser erneuerte daraufhin die Verkabelung des Zündverteilers. Eine neue Zündspule und neue Zündkerzen zogen ebenfalls zu diesem Zeitpunkt ein. Problem gelöst.

Kurz danach funktionierte plötzlich der Scheibenwischer nicht mehr richtig. Gerade im Herbst saublöd so was! :cry: Das Gestänge blieb immer ganz rechts hängen. Ich habe mir daraufhin ein gebrauchtes aber intakteres Gestänge in der Käferhalle im Inntal besorgt. Das erste Gestänge passte nicht. Also wieder hin und um Ersatz gebeten. Am Ersatzgestänge war aber eine Halterung abgeschnitten worden. Ich konnte es also so auch nicht verwenden. Deshalb habe ich dann ganz pragmatisch aus zweien eines gemacht. Problem gelöst.

Vor drei Wochen machten mich Knut darauf aufmerksam, dass der Käfer stark nach Benzin roch. Man konnte es sogar im freien riechen, wenn an nur in der Nähe des Fahrzeugs war. Hier stimmte also irgendwas gar nicht. Grund dafür war, dass der Benzinhahn unterm Tank undicht wurde. Ich hatte vor ca. einem Jahr ein NOS Teil verbaut und da haben jetzt wohl die überalterten Dichtungen den Geist aufgegeben. Ich habe ihn durch einen dieser einfachen Tankstutzen ersetzt, die prinzipiell nur aus einem gebogenen Rohr und einer Überwurfmutter bestehen. Problem gelöst.

Vor zweieinhalb Wochen begann das Radio zu stinken. Ein ganz ekliger, toxischer Geruch. Als wie wenn ein Kondensator ausläuft oder geplatzt wäre. Bald quittierte es den Dienst ganz. Ich brachte es zum reparieren. Diagnose: Wasserschaden von oben. :? Ihr ahnt es. Über dem Radio befindet sich der Scheibenwischschalter. Bei unseren Käfern ist dieser nicht zur für das Anschalten des Wischermotors zuständig, nein, er sorgt auch für das Spritzwasser. Es fliehst also auch Spritzwasser durch den Schalter. Und eben der war undicht und tropfte auf das Radio.
Es war erstaunlich schwer einen neuen Wischerschalter auf zu treiben. Erst der [url=http://www.kaeferland-shop.de/index.php?sid=5415d231cb5184.06847699&relatedId=&relatedIds[0]=43a19d58d33fc&quantity=&command=buy&buy=Kaufen&buy.x=48&buy.y=10&pageNr=1&productId=43c2973043b03&from=list&action=showdetails]Käferland-Shop[/url] hatte diesen lieferbar. Problem gelöst.
Das Radio hatte ich bei einem lokalen TV und Radio Reparaturdienst. Das nach-löten der defekten Leiterbahn und ersetzen der Beleuchtung kostete mich 80 Euro. Ich habe das Radio erst heute wieder einbauen können. Antenne ausgefahren, Radio an. Sender eingestellt. Radio aus und wieder an. Plötzlich kein Mux mehr. Einfach so. Licht leuchtet. Die Sicherung kann es also nicht sein. Prima.... Problem nicht gelöst.

Vor ein paar Tagen begann plötzlich die Öltemperatur stark zu steigen. Normalerweise erreicht sie recht selten die 80 °C. Jetzt waren es bei kaltem Motorstart und anschließender 20 km Landstraßenfahrt bereits über 110°C. Passend dazu roch es stark nach heißem Öl und es stieg Ölrauch aus den Radkästen. Um dem Ölaustritt auf den Grund zu gehen unterzog ich den Wagen einer Motorwäsche. Zu meinem Erstaunen fand ich kein nennenswertes Ölleck am unteren Bereich des Motors, welches über ein leichtes Schwitzen hinaus ginge. :roll: Die zu hohe Temperatur und der Ölrauch blieben aber. Jemand hier im Forum hatte mal in einem anderen Zusammenhang geschrieben, dass es sein könnte, dass die Ölkühlerdichtungen undicht wären. Damals war die Diagnose wohl nicht ganz passend. Jetzt schien sie mir aber um so mehr zuzutreffen! Um die Sache noch zu verschlimmern, war mein Werkstattmeister Frank im Urlaub. :roll:

Ich kroch also in die Werkstatt und begann den OP Saal vor zu bereiten:
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Ich war etwas nervös. Hatte ich doch noch nie einen Käfer Motor alleine ausgebaut. Aber ca. 1 Stunde später war es vollbracht:
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Das Gebläsegehäuse wehrte sich etwas, hatte aber schlussendlich keine Chance:
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Meine Ferndiagnose schien richtig zu sein. Überall um den Ölkühler war Schmodder:
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Hier ein Vergleich. Alt gegen Neu:
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Nach gefühlt 5 Litern Bremsenreiniger und einigen m² Lappen später...
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...konnte ich das Gebläsegehäuse wieder aufsetzen.
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Der Einbau war dann nicht schwer aber dauerte sehr lange. Es war echt erstaunlich anstrengend den Motor wieder in die Getriebeglocke zu bringen.
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Eine anschließende Probefahrt war ein voller Erfolg. Kein Ölgeruch mehr. Keine austretenden Öldämpfe. Die Temperatur in einem gewohnten Niveau. Sehr gut! Ich habe mich daraufhin gleich mit asiatischem Essen belohnt. :-)

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon vw71h » Sa 27. Sep 2014, 19:35

Alles super.
Eine Anmerkung hätte ich zu machen:
wenn die Ölkühler-Dichtgummies so unterschiedlich verbaut waren oder sind, dann ist oder war was faul. Weil die eine Variante ist für den 1200er und die andere für die größeren

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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon Vari-Mann » Sa 27. Sep 2014, 20:46

Oha,das ist die falsche Dichtung für den Ölkühler.Die rechte ist die richtige.
Was die linke abdichten soll weiß ich nicht ,aber die sind immer in den Dichtsätzen mit drin.

Ich hoffe nun das du die rechte eingebaut hast.Die ist richtig.Die linke würde bedeuten du baust den Motor wieder aus.....

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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon SirGroovy » Di 30. Sep 2014, 10:42

Servus vw71h,
Servus Vari-Mann,

im anderen Forum wird die Sache mit den unterschiedlich geformten Dichtungen ebenfalls gerade leidenschaftlich diskutiert. INTERESSANTERWEISE ist deren Auffassung eine ganz Andere! Dort ist man der Auffassung, dass die schwarze Dichtung korrekt wäre. Die Grüne soll wohl die Falsche sein.
Jetzt hoffe ich inständig, dass Vari-Mann Recht behält und ich die richtige Dichtung verbaut habe. Der Wagen fährt nun immerhin seit knapp 200 km wieder problemlos. Das stimmt mich vorsichtig optimistisch.

Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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Re: Bitte ein 66'er Export, Herr Ober!

Beitragvon Newbuggy » Di 30. Sep 2014, 11:34

War nicht die schwarze Dichtung für die alten Stahl-Ölkühler mit direktem Motorblockanschluß und die grünen mit Kragen für die Winkelsockel der neuen Alukühler (Dooghouse-Modell)? :?
Gruß Newbuggy


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